ʺCritical Massʺ nervt viele Autofahrer – Fahrrad-Protest kann Autofahrer provozieren

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Als Pulk von hunderten Radfahrern durch die Innenstadt zu fahren, kann zwar auf die Probleme hinweisen, die Nutzer dieses Verkehrsmittels immer noch haben. Die „Critical Mass“, wie die Aktivisten sich selbst nennen, provoziert aber auch. Darauf weist der Verkehrspsychologe Wolfgang Fastenmeier im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa hin. Mangelndes Verständnis für die jeweils andere Perspektive ist für ihn der Hauptgrund für die Reibereien zwischen Fahrrad- und Autofahrern. 

  • Gibt es auf deutschen Straßen Aggressionen zwischen Rad- und Autofahrern? 

Fastenmeier: Das Verkehrssystem bringt seine Teilnehmer in Situationen, in denen sie natürlich aggressiv werden können. Im Straßenverkehr geht es um Mobilität: Menschen wollen möglichst schnell und ungehindert von A nach B kommen. Auto- und Fahrradfahrer empfinden sich teils als Gegner, weil sie den jeweils anderen als Behinderung wahrnehmen. Das größte Problem sind dabei die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen ihnen.

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Fastenmeier: Unsere Straßen sind auf motorisierten Verkehr zugeschnitten. Radwege haben oft grobe Beläge, sind uneben und schmal. Oftmals parken Autos illegal auf ihnen. So müssen Radfahrer viele Umwege in Kauf nehmen und sind generell als schwächerer Verkehrsteilnehmer natürlich benachteiligt. Das alles kann aber auch dazu führen, dass sie Regeln eher nicht akzeptieren, etwa noch schnell über die rote Ampel fahren. 

  • Können Aktionen wie „Critical Mass“ zu einer Verbesserung beitragen? 

Fastenmeier: Solche Einzelaktionen können sicherlich ein Mittel sein, um auf die Situation der Radfahrer hinzuweisen, weil sie zu Aufmerksamkeit und Sensibilisierung führen können. Eine große Zahl Fahrräder kann bei Autofahrern aber auch schlecht ankommen und als Behinderung gesehen werden – sie könnten schimpfen oder unangemessen beschleunigen, wenn sie an der Gruppe vorbeifahren. 

  • Wie kann den Problemen vorgebeugt werden? 

Fastenmeier: Schon in der Fahrausbildung sollte man die Perspektiven wechseln, denn jeder hat auf seinem Fortbewegungsmittel eine egozentrische Sicht. Ein Autofahrer sollte den Straßenverkehr auch mit den Augen eines Radfahrers gesehen haben – und umgekehrt. So kann man Verständnis für die andere Situation schaffen. Eine Verbesserung der Verkehrswege kostet natürlich viel Geld, gut wäre aber ein Netz von Fuß- und Fahrradwegen, das vom Autoverkehr getrennt ist. Auf breiten Wegen könnten hier Radfahrer, Menschen mit Rollatoren und Kinderwagen oder Skater abseits vom Autoverkehr vorwärtskommen. 

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