Auf Kurs – #motwunsch

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„Verdammt! Finger weg von den Fischen!“ — Wir kamen gerade aus der Frankfurter Erlebnisfiliale des Outdoor-Ausrüsters Globetrotter, wo wir uns den zweiten Teil von Erik Peters Vortrag „Abenteuer Nordamerika“ angeschaut hatten. Wir saßen noch etwas zusammen und es tobte der unausweichliche Kampf um die besten Cracker der Snackbox, als sich der alte Griesgram mit dem Herrn Z. gegen mich zu verbünden schien. „Herr Z. hatte da übrigens eine Idee.“ meinte der Griesgram. Eindeutig ein Ablenkungsmanöver! Ich bunkerte vorsichtshalber noch ein paar Sesamfische. „Wie wäre es denn, wenn wir alle eine Art Wunschzettel an die Motorradindustrie schreiben würden und den zeitgleich veröffentlichen?“

Mehr Hammer und Sichel

Verschiedene Blickwinkel zu einem konkreten Thema – ein interessanter Gedanke. Doch was schreiben? Vor ein paar wenigen Jahren noch, wäre das leicht gewesen: „Mehr gute und bezahlbare Mittelklasse- und Nutzkrafträder, bitte.“ Doch das zieht mittlerweile nicht mehr so wirklich als Wunsch, dafür ist an der Stelle schon zu viel Richtiges passiert in den letzten Jahren. Es dürften gerne mehr Maschinen einen ähnlich ausgeprägt utilitaristischen und alltagsorientierten Charme haben wie Hondas NC – ja, das käme vielleicht mit auf den Zettel.

Mehr Haudrauf

Was ich im Zuge des Wiederauflebens der niederen Kasten noch etwas kritisch sehe, ist das Hinterherhinken der Supersportler. Am Anfang der Modellpalette stehen stylische und bezahlbare Butterbrezeln wie KTMs RC 390, Kawasakis Ninja 300, Hondas CBR300R oder Yamahas YZF-R3. An ihrem Ende wiederum findet der Privilegierte aus purem Platin gemeißelte Hypersportmutanten wie Kawasakis H2 oder Yamahas neue R1 – dermaßen mit Steroiden übersättigte Maschinen, dass sie ohne ihre Armada an Assistenzsystemen vielen Sterblichen diese Eigenschaft des Sterblich-Seins wohl recht schnell vor Augen führen würden.

Selbst zu den Sechshundertern, die sich schon seit zig Iterationen im Programm halten, ist es oft ein Preissprung von rund 50 Prozent.

Wir haben mit den neuen kleinen Maschinen also das, was man sich als ehemals aknegeplagte Flaumbartträger kauft, nachdem man sich ein paar Jahre zuvor das Poster des Schwestermodells, der Hypersportmutantin, an die Wand gepappt und davon geträumt hat. Das passt soweit. Zwischen den beiden Extremen allerdings, gibt es ein Graben. Und den haben die Hersteller bisher etwas lieblos versucht mit vollverkleideten Versionen ihrer Nakedbikes zuzuschütten. Dabei stört mich nicht, dass man auf Teile aus dem Baukasten zurückgreift – das hält den Preis niedrig und sorgt für eine gute Anbau- und Ersatzteileversorgung -, sondern die stiefmütterliche Umsetzung. Beinahe allen Maschinen mangelt es an dieser typischen Mischung aus Sportlichkeit und Aggressivität, die das Design einer Supersportmaschine eigentlich transportieren sollte. Es sind beim besten Willen keine hässlichen Geräte, ihrer Optik fehlt nur etwas Entschiedenheit im Biss.

Mein Wunsch wäre also, dass die Hersteller ihren Mittelklasse-Supersportlern etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. KTM hat mit der RC 390 gezeigt, dass man auch aus einem einfachen Nakedbike einen feisten kleinen Supersportler machen kann, bei dem man sich denkt: „Och, joa, sähe auch in meiner Garage gut aus.“ Aber da bin ich guter Dinge. Wenn die Hersteller ihre zur Zeit guten Karten nicht verspielen, wird auch in die sportliche Mittelklasse wieder etwas mehr Bewegung kommen.

Mehr GP450

Das wäre tatsächlich ein Wunsch: bitte mehr Motorräder wie die CCM GP450 Adventure bauen. Der Gag der Hersteller, fette zweirädrige Wanzen als für jedes Abenteuer gerüstete Geländemaschinen zu verkaufen, war ja mal ganz lustig, mittlerweile ist er aber doch arg ausgelutscht.

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