Bewegung in der Rockerszene – Hamburger Abendblatt

Bewegung in der RockerszeneVon Michael Evers150Der ehemalige Chef der Hells Angels wartet auf seinen Prozess. Unterdessen machen die Banden gute Geschäfte Hannover. andré zand-vakili christoph heinemannDer Prozessbeginn gegen den ehemaligen Chef der Hells Angels zieht sich hin: Auch sieben Monate nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft wartet der Ex-Rockerboss Frank Hanebuth weiter auf eine Anklage. Die Behörden hätten nichts vorgelegt, sagte sein Anwalt Götz von Fromberg in Hannover. Dem Vernehmen nach sei im Herbst mit einer Anklage zu rechnen, bis dahin sitzt Hanebuth in Spanien fest – während sich die Rockerszene in Norddeutschland grundlegend wandelt.Bereits im Juli 2013 war Hanebuth auf Mallorca festgenommen wurden. Die Beamten der Spezialeinheit GSG-9 durchsuchten auch die Villa des ehemaligen Boxers in Hannover und erschossen auch den Hund des Rockers. Anschließend saß Hanebuth exakt zwei Jahre in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis im südspanischen Cadíz. Die Behörden legen ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel, Erpressung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Geldwäsche zur Last. Hanebuth galt in der Rockerszene lange als unantastbarer Anführer. Die Vorwürfe wurden dort stets bestritten. Gegen Auflagen war der 51-Jährige auf freien Fuß gekommen, muss aber in Spanien bleiben. Vom Festland ist er inzwischen nach Mallorca zurückgekehrt.Nach der Verhaftung Hanebuths befindet sich die Rockerszene im Umbruch. Auch wenn keine verlässliche Statistik geführt werden kann, schätzen die Ermittler die Mitgliederzahl der diversen Rockerclubs samt ihrer Unterstützergruppen derzeit auf etwa 820. Insgesamt gebe es mehr als 70 Unterstützer- und Ortsgruppen. Die Hauptaktivitäten der Rocker liegen weiterhin vor allem beim Drogen- und Waffenhandel sowie im Rotlichtmilieu.

Quelle: Bewegung in der Rockerszene – Hamburger Region – News aus Norddeutschland – Hamburger Abendblatt

Seite generiert in 2,775 Sekunden