BMW GS Trophy 2016 in Thailand – Finale

8 March 2016 | 6:39 pm

Was sich durch den knappen Punkteabstand der vorderen Plätze bereits abgezeichnet hatte, bestätigte sich am siebten, dem finalen Tag der BMW GS Trophy 2016: es wurde noch einmal richtig spannend! Nach sieben Tagen harten, aber freundschaftlichen und fairen Wettkampfs, 1400 unvergesslichen Kilometern und etlichen Sonderprüfungen, die den Fahrern noch lange in Erinnerung bleiben werden, ist die GS Trophy Südostasien nun zu Ende und das Team Südafrika mit einem Abstand von 31 Punkten auf Platz 2 ihr verdienter Gewinner.

Das Trio bestehend aus John Harris, Byron Coetsee und Charl Moolman hatte seit Tag zwei die Führung inne, auch wenn es ihnen die Teams Deutschland und Großbritannien bis zur letzten Sonderprüfung nicht leicht gemacht hatten. Doch trotz des stetigen Drucks dieser beiden Teams blieben sie cool und konnten so zum ersten Mal den Sieg nach Südafrika holen. Ein weiteres Novum: zum ersten Mal in der Geschichte der GS Trophy gibt es mit exakt dem selben Punktestand zwei zweite Plätze: die rastlosen Verfolger Team Deutschland und Team Großbritannien.

Dass das am Ende des Tage so aussehen würde, war am Anfang noch nicht abzusehen, denn die drei führenden Teams wurden gerade einmal durch 19 Punkte voneinander getrennt. Und da die Sonderprüfungen des letzten Tages mit der doppelten Punktezahl belohnt wurden, war die Krone bis zuletzt für alle drei Teams in greifbarer Nähe! 20 Kilometer von Chae Son, dem Startpunkt der heutigen Tour, entfernt, begann die Prüfung „twisted turn“. Sie bestand aus einer Reihe immer enger werdender Kurven, welche die Fahrer zu bewältigen hatten – die üblichen Strafpunkte für Fuß absetzen oder Maschine gab es natürlich auch wieder. Sehr beeindruckend war dabei zu sehen, welche Fahrzeugkontrolle manche Fahrer bei diesen niedrigen Geschwindigkeiten zeigten. Ganz besonders das internationale Frauenteam glänzte hier mit Können und Technik – auch wenn sich am Ende Team Brasilien Sieger dieser Sonderprüfung nennen durfte.

Es sollten noch etliche weitere Highlights folgen, wie beispielsweise die ausladenden, geschmeidigen Schwünge durch die Kurven eines hoch in den Bergen gelegenen Kiefernwaldes, welche bei der Abfahrt nahtlos in ebenso fließendes Asphaltsurfen übergingen, was eindrucksvoll die Vielseitigkeit der GS und des Karoo demonstrierte. Bei Kilometer 126 wurden die Teams dann von rund 100 Fahrern aus Thailand, Malaysia und China begrüßt, welche alle hierher gekommen waren, um sich die GS Trophy anzuschauen und ihre Landsleute zu unterstützen – angereist sind sie natürlich alle den Achsen ihrer eigenen BMWs, eh klar. Diese Enthusiasten verschmolzen mit den Fahrern, den Marschalls, und der sonstigen Entourage zu einem riesigen gut gelaunten Konvoi, der sich die letzten 50 Kilometer dem Rim Doi Resort in Chiang Dao entgegen schlängelte.

Die letzte Sonderprüfung fand – sehr zur Freude der Teams – auf dem benachbarten Motocross Gelände statt. Hier konnten die Cracks zeigen, wie man ein großes Adventure Bike wie die GS auch durch engste Kurven scheuchen kann. Auch wenn Thailand nun doch ein gutes Stück von Frankreich entfernt liegt, war das natürlich kein Hinderungsgrund nicht auch hier im Le Mans Stil zu starten: Sprint zur Maschine, aufsitzen, Gas! Durch Kurven, über Wellen und Buckel – angetrieben durch den Jubel der Fans – ging es das letzte Stück zum Ziel eine beeindruckende Schräge hinauf. Eine bessere letzte Sonderprüfung hätte man sich nicht wünschen können, und das Team, das die GS Trophy 2016 bisher dominierte, sicherte sich hier seinen Sieg: Südafrika.

Auch diese letzte Pein haben die GSsen bemerkenswert gut weg gesteckt. Und sie sind beileibe nicht geschont worden! In den vergangenen sieben Tagen des extrem harten Einsatzes von rund 1400 Kilometern sind sie von „broken bridges“ gefallen, durch mit Geröll gespickte Flussbetten gezerrt, mehr oder weniger sanft über riesige Baumstämme gehievt und auf allen nur erdenklichen Untergründen hart gefahren worden. Und gerade dieser letzte Punkt – hartes Fahren auf allen nur erdenklichen Untergründen – war es, der eindrucksvoll zeigte, was für eine großartige Kombination die BMW GS und unser Metzeler Karoo sind. Lehm, Schlamm, Sand, Geröll, Felsen und Asphalt, alles, womit man den Karoo konfrontierte meistere er mit Bravur.

Alles muss einmal enden, auch die schönen Dinge. Was noch blieb, war die große Finalfeier samt Siegerehrung.

Nachdem ihnen mit zwei zweiten Plätzen in 2010 und 2014 nur ein Schritt zur obersten Stufe des Podiums gefehlt hat, freute sich Team Südafrika natürlich riesig: „Erleichterung ist das erste Gefühl, gefolgt von Freude“, beschreibt ein strahlender Byron Coetsee den Sieg Südafrikas bei diesem Event. „In der Vergangenheit konnte Südafrika nur zweite und dritte Plätze ergattern, vor allem 2010 verfehlten wir den Sieg um gerade mal einen Punkt. Uns fällt die Last von den Schultern, da wir dieses Jahr endlich gewonnen haben. Diesen Erfolg widmen wir unseren vorangegangen GS Trophy Teammitgliedern.“

Passende Schlussworte für die BMW GS Trophy 2016 in Thailand. Ein großartiges Event mit vielen unvergesslichen Begegnung und Erinnerungen ist zu Ende. Für dieses Mal.

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