Elektro-Streetfighter Zero SR – im Test

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Besser, man klammert sich am Lenker der Zero SR fest, wenn das Elektro-Bike von 144 Nm Drehmoment nach vorne katapultiert wird.

Die Empfindungswelt des Bikers muss auf „Reset“ gestellt werden, denn die Zero SR zieht dem Piloten in bislang ungekannter Art regelrecht die Arme lang: Brachiale Beschleunigung, dabei kein Schalten, keine Zugkraftunterbrechung, sondern linear volle Power ab dem kleinsten Zucken am Potentiometer bzw. rechten Handgriff, der ehemals „Gasgriff“ hieß. So macht Biken auch fast lautlos enorm Spaß.

Zwar müssen Elektromotorräder ohne jeglichen Auspuff-Sound gegen Vorurteile ankämpfen. Doch die kalifornische Zero SR hat in dieser Hinsicht hervorragende Argumente.

Da ist zunächst die Auswahl hochwertiger Komponenten, mit denen die innovativen Zero-Mitarbeiter im Silicon Valley – rund eine Stunde südlich von San Francisco – die Elektro-Bikes zusammenschrauben.

Dazu zählen unter anderem die komplett einstellbare Federung mit Upside-Down-Gabel vorn, das ABS und der Alu-Brückenrahmen. Damit ausgerüstet hält das verwindungssteife Gesamtpaket den gewaltigen Anschub-Orgien des Elektroantriebs souverän stand. Und der Streetfighter, für den das S im Modellnamen steht, wird seinem Namen gerecht.

Weiteres überzeugendes Argument für das Elektro-Zweirad Zero SR: Die fast lautlose Beschleunigung, begleitet nur von einem dezenten Surren, wirkt nicht wie befürchtet störend. Im Gegenteil: Durch fehlenden Verbrennungslärm konzentrieren sich die Sinne des Fahrers umso mehr auf die rasante Temposteigerung.

Wer sich erst einmal mit der Zero SR angefreundet hat, kann sich kaum vorstellen, dass jemand in blitzartigen 3,3 Sekunden von null auf hundert zischt und dabei immer noch den Klang eines klassischen Verbrennungsmotors vermisst.

Wer sich dagegen dafür begeistert, kann zum Beispiel über eine Smartphone-App ruckzuck Parameter wie die Rekuperation verstellen. Damit ist gemeint, wie heftig man eine Bremswirkung verspürt, wenn Verzögerungsenergie in Strom umgewandelt und im Akku gespeichert wird für die nächste Beschleunigungsorgie.

Hinzu kommt, wie hyperagil das elektrische Power-Bike durchs Straßenlabyrinth wieselt. U-Turns auf engstem Raum sind ein Kinderspiel. Und die Zero SR fühlt sich derart ausbalanciert an, dass man etwa beim Halt an einer roten Ampel im Stand noch sekundenlang warten kann, ehe man seelenruhig ein Bein auf den Boden stellt.

Neben der auf Wendigkeit ausgelegten Fahrwerksgeometrie unterstützen relativ schmale Reifen (vorn 110er, hinten 140er) die Agilität. Allerdings: Die Hochleistungs-Sportgummis Pirelli Diablo Rosso II wollen erst auf Temperatur gebracht werden, um ihr hohes Grip-Potenzial voll auszureizen.

Das erscheint für ein derartiges Bike weniger geeignet, das bereits innerhalb der Stadt auf Kurzstrecken guten Fahrbahnkontakt garantieren sollte. Hier haben es die Elektro-Pioniere aus Scotts Valley für die SR zu gut gemeint.

Genau richtig lagen sie hingegen bei der Auslegung der Akkus. Die bringen in der 12,5 kWh-Version der Zero SR realistische 200 km Reichweite, wie unsere Testfahrten im gemischten Betrieb Stadt/Landstraße/Autobahn bestätigten.

Lediglich bei dauerhaft mehr als 120 km/h werden die Akkus regelrecht leergesaugt. Wir haben es einmal ausprobiert: Dabei sank der Ladestand innerhalb von 22,3 km von gut 50 Prozent auf 20 Prozent. Kein Wunder also, dass die Höchstgeschwindigkeit im Eco-Modus auf eben jene 120 km/h begrenzt ist.

Selbst bei kurzzeitig möglichen 164 km/h Topspeed im Sport-Modus fühlt sich das sportliche Elektro-Naked Bike spurstabil und sicher an. Unter anderem deshalb fühlt man sich erstaunlich schnell vertraut mit dem ungewöhnlichen Bike. Selbst an das Fehlen von Kupplungs- und Schalthebel auf der linken Seite gewöhnt man sich schneller, als zunächst befürchtet.

Die Ladezeit an einer gewöhnlichen Steckdose beträgt bei komplettem Leerstand bis zur 100-prozentigen Aufladung 8,6 Stunden. Klingt dramatisch, ist aber im täglichen Gebrauch dank der 200 km Reichweite und mit Streetfighter-typischen Fahrstrecken durchaus praxisgerecht.

Ein Ladekabel ist in der Tankattrappe immer an Bord, und so lassen bereits kürzere Ladezeiten zwischendurch die Anzeige über den Akku-Ladezustand recht flott um ein oder zwei Dutzend Prozent steigen. Mit einem Schnellladegerät für 599 Euro reichen für die volle Ladung sogar nur zweieinhalb Stunden.

Langstreckenfahrten dagegen können aufgrund dieser Werte nicht die Stärke der Zero SR sein – sind es allerdings auch nicht bei vergleichbaren Benzin-Bikes wie etwa der KTM 690 Duke R.

Wenn es um Vergleichbarkeit geht, rückt schnell der Preis in den Focus: Für die Zero SR mit 12,5 kWh-Akkus sind 17.840 Euro fällig (Österreich und Deutschland). Wer Preis und Reichweite auf die Spitze treiben möchte, kommt mit 2.495 Euro (Deutschland: 2.380 Euro) teurem „Power Tank“ offiziell sogar 298 km weit. Die Lebensdauer der Akkus beziffert Zero übrigens auf über 500.000 km.

Die Kalifornier gewähren auf das Motorrad übliche zwei, auf die Akkus fünf Jahre Garantie. In Österreich gibt es derzeit einen Zero-Händler – Chili-X in Judenburg, Stmk. www.zeromotorcycles.at

Elektro-Streetfighter mit luftgekühltem und bürstenlosem Z-Force 75-7R- Permanentmagnet-Elektromotor, max. Leistung: 50 kW/67 PS bei 4.000/min, max. Drehmoment: 144 Nm, Zahnriemenantrieb. Aluminium-Brückenrahmen, Motor mittragend, Showa-Upside-Down-Gabel 41 mm mit Cartridge-Einsatz vorn, 40 mm Kolbenstange von Showa hinten, Federbein mit externem Reservoir, Einscheibenbremse vorn: 320 mm, Einscheibenbremse hinten: 240 mm, ABS-Generation 9 von Bosch, Reifen vorn: 110/70-17, hinten: 140/70-17, Sitzhöhe: 807 mm, Radstand 1.410 mm, 12,5 kWh-Lithium-Ionen-Akkus, Praxisreichweite bis zu 200 km, Leergewicht: 188 kg, 0-100 km/h: 3,3 s.

Preis: 17.840 Euro.


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