Frauen fahren anders

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Vierzehn Prozent der Motorradhalter sind Frauen, doch in Punkto Auswahl des Bikes, Fahrstil und gefahrene Kilometerleistung unterscheiden sie sich von ihren männöichen Kollegen, das hat eine Studie des Instituts für Zweiradtechnik festgestellt.

Melanies Pferdeschwanz flattert aus dem Helm, er ist so lang, dass er jeden Sozius von der Bank fegen würde. Sozius? Ihr Partner fährt selbst. So der Vater. Und der hat Schuld. „Motorradfahren wurde mir ins Blut gelegt, meine Mutter war mit meinem Vater auf dem Roller in Italien, als sie schwanger wurde.“ Damit war die Karriere vorgezeichnet. Doch der Wunsch allein genügt nicht, Geld braucht es für den Führerschein und das hatte sie erst mit 25 Jahren.

Beim Fahren lassen Frauen den Stress zu hause - Männer reagieren sich abDamit repräsentiert Melanie genau das Ergebnis der Studie des Essener Instituts für Zweiradsicherheit (IfZ) zu motorradfahrenden Frauen: Während Männer meist den Klasse 1 oder A-Führerschein gemeinsam mit dem für Pkws machten, erwarben Frauen die Fahrlizenz für die Zweiräder später.

Männer entscheiden sich aus Eigeninitiative oder durch ihre „Peergroup“ aus Bekannten und Freunden angeregt zum Motorradfahren, die Motormaids kamen meist durch ihr direktes persönliches Umfeld, sprich Mann, Freund oder Vater, zum Biken. Kein Wunder, waren fast dreiviertel vorher als Sozia unterwegs. Ob sie dabei Geschmack fanden oder vom Fahrstil des Partners erschreckt in die Fahrstunde gehen, verrät die Statistik natürlich nicht. Denn, das ist ein weiteres Ergebnis der Studie vom IfZ zu „Motiven und Einstellungen motorradfahrender Frauen“, Motorradfahrerinnen sind „fahrdynamisch anders orientiert“ als Männer. Das Weib on Bike pflegt eine entspannte Fahrweise, während ihr geschlechtliches Gegenüber sich selbst als „aktiv dynamisch“, „sportlich“ oder gar „aggressiv“ (neun Prozent) einschätzt. Diese Grundeinstellung schlägt sich, wie bei den Autofahrerinnen, in den Unfallzahlen nieder: Verschuldung und Unfallschwere sind bei Frauen geringer als bei Männern.

Enduros sind bei Frauen beliebt - BMW F 650 GSMit ihrer BMW F 650 liegt Melanie ebenfalls im Trend, denn Enduros stehen bei vielen Frauen hoch im Kurs, schon ist ein Viertel der Motorbienen damit on the road. Sie sind leicht, sie sind flink, sie sind handlich. Die Hälfte aller motorradfahrenden Ladys wählt allerdings – zwangsläufig? – Chopper-Modelle, Motorräder mit Sitzhöhen also, bei denen auch Lebewesen um die 1,60 Meter noch Bodenhaftung haben. Die Klasse mit 600 Kubik Hubraum dominiert bei den Frauen, Männer dagegen bevorzugen 1000er Tourer und Sportler und fahren im Schnitt zwei Tausend Kilometer mehr im Jahr. Das liegt daran, dass die Biker zu über 50 Prozent ihr Motorrad „zu jeden Zwecken“ sprich Arbeit, Urlaub, Freizeit nutzen, die Ladys sich meist nur Freizeit und Urlaub versüßen.

für Bikerinnen und Biker gleich wichtig: Genuss und positives ImageEinig sind sich die beiden Geschlechter in dem, was sie sich von ihrem motorisierten Liebling wünschen: Zuverlässigkeit, Tourentauglichkeit. Die Männer brauchen dann noch ein gerüttelt Maß an Leistungsvermögen, um sich den Stress vom Leib zu fahren. Den lassen die Frauen lieber zu Hause, wenn sie aufs Bike steigen, denn sie sind grundsätzlich vorsichtiger und empfinden mehr Sicherheit im Beisein ihres Partners. Wenn es aber um Genuss und positives Image geht, die ihre Motorräder ihnen vermitteln, dann sind sich die Melanies dieser Welt und ihre Männer doch sehr einig.

Text: Karin Schickinger

Quelle: Forschungshefte Zweiradsicherheit Nr. 10, Sicherheit, Umwelt, Zukunft IV, Tagungsband der 4. Internationalen Motorradkonferenz 2010, „Motive und Einstellungen motorradfahrender Frauen“, herausgegeben von Elmar Forke, Institut für Zweiradsicherheit, Essen

Bilder: fotolia, BMW Pressestelle


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