Hells Angels jetzt auch in Alzey

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ALZEY – Nach dem Abzug der Bandidos vor etwas mehr als einem Jahr war gerade wieder etwas Ruhe eingekehrt in Alzey und jetzt das: Die Hells Angels klopfen an. Laut internationaler Website des weltweit organisierten Rockerclubs gibt es das Charter Alzey bereits (nur die Hells Angels nennen ihre örtlichen Zweigstellen Charter, bei den anderen Clubs heißen sie Chapter). Kein Charter ohne Clubheim – doch ob die Angels zu ihrer Neugründung schon die passende Unterkunft gefunden haben, konnte die Polizei bislang nicht in Erfahrung bringen.

Möglich, dass die Rocker noch auf Immobiliensuche sind. Dann bestünde eventuell die Chance, den Hells Angels die Ansiedlung in Alzey zumindest zu erschweren: indem sich Besitzer in Frage kommender Liegenschaften nicht auf Geschäfte mit den berüchtigten Rockern einlassen.

„Natürlich ist es nicht illegal, mit diesen Leuten Miet- oder Pachtverträge abzuschließen“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Alzey, Kurt Fuchs. „Aber man muss einfach wissen, mit wem man es da zu tun hat. Es kann Ärger geben.“

Burgfrieden jetzt gefährdet?

So wie es der Eigentümer des Grundstücks an der Wormser Straße erlebt hat. Dort waren zwischen Juni 2011 und Dezember 2014 die Bandidos MC angesiedelt, Erzfeinde der Hells Angels. Zwei Nächte vor der Eröffnung des Bandidos-Clubheims wurde die Frontscheibe des ehemaligen Ladenlokals zertrümmert und eine Flasche mit einer stinkenden Substanz hineingeworfen – so fing es an. Gut zwei Jahre später – die Bandidos hatten das Clubheim inzwischen weiter nach hinten verlegt – wurde auf das gleiche Fenster geschossen, sechs Mal. Verletzt wurde auch diesmal niemand. Mehrmals durchsuchte die Polizei das Bandidos-Quartier, beschlagnahmte Waffen und Munition.

Den endgültigen Knockout versetzte die Polizei den Bandidos im Dezember 2014 – und der Unterstützergang Chicanos MC in Alzey und Worms gleich mit, Bei einer Großrazzia an elf Orten wurden fünf Rocker festgenommen, darunter der damals 53-jährige Alzeyer Chapter-Chef. Wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes verurteilte ihn das Landgericht Mainz im Juli 2015 zu acht Jahren Gefängnis. Das Alzeyer Chapter sei aufgelöst, hieß es im Dezember auf der Website der deutschen Bandidos.

Angriffe bislang nicht aufgeklärt

Die bis heute nicht aufgeklärten Angriffe auf das Clubhaus sowie das teils dominante Auftreten der Bandidos hatten für große Verunsicherung in der Alzeyer Bevölkerung gesorgt. Mit dem Verschwinden der Bandidos kehrte erstmal wieder Ruhe ein. Weder mit dem direkt in der Stadt ansässigen Gremium MC, noch den im Alzeyer Umland, im Donnersbergkreis, im Kreis Bad Kreuznach sowie in Worms angesiedelten Outlaws MC gab es zuletzt Probleme. Das gleiche gilt für Rules 5, eine Unterstützergang der Hells Angels, die im Juni 2012 in der Innenstadt ein Clubheim aufmachte. Man hat sich miteinander arrangiert, offenbar. Der Burgfrieden könnte mit dem Auftauchen der Hells Angels gefährdet sein.

Diese sind laut Einschätzung der Polizei mit der Charter-Neugründung in Alzey und einer zweiten in Kaiserslautern möglicherweise darauf aus, die geographische Lücke zu schließen zwischen ihren Stützpunkten im Rheinland, im Großraum Mannheim sowie in der Südpfalz. Die Hells Angels stoßen damit mitten hinein in ein Revier, das bislang Gremium und Outlaws für sich beanspruchen.

Streng hierarchische Strukturen

Bandidos, Outlaws, Gremium, Hells Angels: Das sind die großen vier Motorradclubs, die bundesweit die Bikerszene dominieren. Für sie alle gilt: Die Strukturen sind streng hierarchisch, Frauen haben keine Rechte, mit der Polizei wird grundsätzlich nicht zusammengearbeitet, Rocker anderer Clubs sind Feinde. Nur wer diese Philosophie hundertprozentig mitträgt, kann Vollmitglied werden. Immer wieder geraten Mitglieder der „großen Vier“ wegen schwerer Straftaten in die Schlagzeilen. Meistens geht es um Zuhälterei, Waffen- und Drogenhandel, Erpressung. Körperverletzungen und Tötungsdelikte haben ihren Hintergrund oft in erbitterten Revierkämpfen zwischen den verfeindeten Clubs.

In Alzey und Umgebung sitzen sie nun dicht beieinander: Hells Angels, Gremium, Outlaws. Vor allem die räumliche Nähe zwischen Outlaws und Hells Angels ist brisant. Im Juni 2009 brachten Mitglieder der Hells Angels auf einer Landstraße bei Stetten den Chef der Donnersberger Outlaws um. Das Landgericht Kaiserslautern verhängte gegen drei Täter Haftstrafen zwischen vier und zwölf Jahren wegen Beihilfe, Körperverletzung mit Todesfolge und Totschlags.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/alzey/rockerclubs-in-alzey-kaum-sind-die-bandidos-weg-eroeffnen-die-hells-angels-eine-filiale_16588552.htm


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