Husqvarna 701 Supermoto – gefahren

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Mit der neuen 701 Supermoto beweist KTM-Tochter Husqvarna Mut zur Eigenständigkeit. Trotz kompromissloser Optik ist sie ein vielseitiges Bike.

Husqvarna ist zurück auf der Straße – mit diesem Slogan läuten die Verantwortlichen eine neue Ära beim ehemals schwedischen Traditionshersteller ein.

Denn Husqvarna als eine der ältesten Motorrad-Schmieden der Welt, die schon 1903 motorisierte Zweiräder baute, hat eine enorm wechselvolle Geschichte hinter sich: Nach diversen Eigentümer-Wechseln kaufte 2007 die BMW Group das inzwischen nach Italien umgesiedelte Unternehmen aus der MV Agusta-Gruppe von Claudio Castiglioni heraus, anschließend verleibte sich 2013 Stefan Pierer die Marke seinem KTM-Imperium ein.

Mit tief greifenden Folgen: Der Firmensitz wurde ins österreichische Mattighofen verlegt, die Produktionsstätte am Lago die Varese dicht gemacht und die Fertigung in den KTM-Ablauf integriert.

Nachdem zunächst im wesentlichen umgelabelte KTM-Wettbewerbs-Motorräder als Husqvarnas verkauft wurden, sind die 701 Supermoto und die 701 Enduro die ersten Straßen-Huskys seit der Übernahme durch KTM – trotz KTM-Basis mit dem sicht- und spürbaren Bemühen um Eigenständigkeit.

Die mächtige 701 zeigt auf eindrückliche Weise, dass sich Performance und scharfe Optik auch bei einer Supermoto durchaus vereinen lassen. Das beginnt bei den ungewöhnlichen Proportionen der Kunststoffteile: Die durchgehenden, weit nach unten gezogenen Seitenverkleidungen verbessern ebenso wie die Rippen auf der schmalen und mit 890 Millimeter artgerecht hohen Sitzbank den Halt beim freudvollen Angasen. Lange mag das Hinterteil auf dem schmalen und harten Polster allerdings nicht ausharren.

Den nötigen Druck liefert ein flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor mit Vierventiltechnik, einer obenliegenden Nockenwelle und Doppelzündung, der aus dem KTM-Regal kommt: Aus kurzhubigen 690 ccm Hubraum holt der Husky-Einspritzer 49 kW/67 PS und 68 Newtonmeter maximales Drehmoment heraus und transferiert sie per Sechsganggetriebe an das Hinterrad.

Eine Ausgleichswelle besänftigt die Vibrationen und dank des elektronischen Ride-by-Wire können umständlich über einen unter der Sitzbank angebrachten Drehschalter drei Motormappings (Komfort, Street, Sport) eingestellt werden.

Dazu steht ein „Bad Fuel“ Mapping für niederoktanigen Kraftstoff in entlegenen Regionen dieser Welt zur Verfügung. Wem das zu umständlich ist, kann den Zubehör-Wahlschalter ordern, der am Lenker verschraubt wird und den Wechsel der Mappings auch während der Fahrt ermöglicht.

Auch beim Fahrwerk haben die Entwickler ins KTM-Teileregal gegriffen: Der Stahl-Gitterrohrrahmen und auch die WP-Federelemente sind aus der KTM 690 SMC R bekannt, hier allerdings mit neuem Innenleben versehen.

Der mittragende und einteilige Kunststoff-Heckrahmen fungiert gleichzeitig als 13-Liter-Tank und Aufnahme für Zubehör wie Kofferausleger oder Sozius-Haltegriffe. Werkseitig tritt die 701 als Einsitzer an. So ausgestattet bringt es die im traditionellen Weiss-Blau-Gelb angetretene Maschine auf ein Trockengewicht von 145 Kilogramm, was durchaus wettbewerbsfähig ist.

Gegenüber den Stiefschwestern von KTM zeigen die neuen Straßen-Husqvarnas jedoch eine sanftere Philosophie: „Die neuen Modelle sind bewusst weniger sportlich, dafür komfortabler ausgelegt und sprechen damit ein breiteres Publikum an“, erklärt Projekt-Manager Justin Maxwell. „Motor-Mappings, Fahrwerks-Setup und die Geometrie sind prinzipiell sanfter, weniger aggressiv.“

Im Fahrbetrieb spürt man das sofort: Sanft geht der Motor im Standard-Modus ans Gas, etwas unwillig unterhalb 2.500 Touren, doch darüber wird er lebendig und drückt mit erquickender Drehfreude und vorbildlich linear voran, bevor er es oben herum langsamer angehen lässt.

Spontan setzt die Einspritzanlage mit 46er Drosselklappe Gasgriffbefehle um, der Schub lässt sich über das Gas gut regulieren. Mit dieser Charakteristik lässt sich die Husqvarna gut kontrollierbar und mühelos aufs Hinterrad stellen und knackige Drifts aus engen Ecken gelingen auch weniger versierten Gasgebern. Dabei spürt der Pilot relativ wenig von den Anstrengungen des Singles, denn Motorvibrationen bleiben in der neuen Gabelbrücke mit Gummilagerung des Lenkers hängen.

Unkompliziert funktioniert das Sechsgang-Getriebe dank einer extrem leichtgängigen, gut dosierbaren Zweifinger-Rutschkupplung, die ihren Job ausgezeichnet erledigt. Lebendiger agiert die Husky im Riding-Mode „Advanced“, der dem Single eine spürbar spritzigere Ansprache entlockt.

Auf der Landstraße zeigt die 701 ihr breites Einsatzspektrum, das auch weniger makellose Untergründe toleriert. Das voll einstellbare WP-Fahrwerk mit den Schlauchlos-Speichenrädern im 17-Zoll-Format bietet eine spielerische Handlichkeit bei sehr guter Stabilität, die auch bei Highspeed-Passagen jenseits der 160-km/h-Marke tadellos bleibt.

Im kurvigen Areal zeigt sich eine scharfe Präzision mit lobenswertem Feedback der aufgezogenen Continental-Attack-Reifen. Das Fahrwerks-Paket komplett machen eine effektive Brembo Doppelkolben-Bremsanlage vorn samt Einkolben-Schwimmsattelzange hinten, die von einem ABS mit Überschlagvermeidung abgesichert sind.

Per Dongle ist ein Supermoto-Modus anwählbar, der das ABS am Hinterrad ausschaltet, am Vorderrad aber die gleiche Regelaktivität wie beim Normalmodus zulässt. Wer es mag, kann das ABS aber auch komplett ausschalten.

Insgesamt zeigt die neue Husqvarna 701 für eine Supermoto ein erstaunlich großes Einsatzspektrum, das vom morgendlichen Ritt zum Bäcker über anspruchsloses mitschwimmen in der Rushhour und komfortable Autobahntransfers bis zur engagierten Hatz über die Hausstrecke reicht.

Hinzu kommt eine hochwertige Ausstattung in Form von LED-Blinkern und -Rücklicht sowie eine insgesamt tadellose Verarbeitung, die zusammen mit einem gewissen Exklusivitäts-Anspruch die verlangten 10.498 Euro (Deutschland: 9.295 Euro) legitimieren.

Allrounder im Supermoto-Design mit flüssigkeitsgekühltem Einzylinder-Viertaktmotor, ohc, vier Ventile pro Zylinder, Hubraum: 690 ccm, Bohrung x Hub: 102 x 84,5 mm, Leistung: 49 kW/67 PS bei 7.500/min, max. Drehmoment 68 Nm bei 6.000/min, elektronische Einspritzung, geregelter Kat, Sechsganggetriebe, Kettenantrieb, Stahl-Gitterrohrrahmen, USD-Teleskopgabel vorn, Zweiarmschwinge mit angelenktem Zentralfederbein hinten, je eine Scheibenbremse vorn und hinten, ABS, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 160/60 ZR 17, Sitzhöhe: 890 mm, Tankinhalt: 13,0 l, Trockengewicht: 145 kg, zul. Gesamtgewicht: 350 kg.

Österreich-Preis: 10.498 Euro (Deutschland: 9.295 Euro).


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