Indian Scout Sixty – schon gefahren

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Optisch unterscheidet sich neue Einstiegsmodell von Indian – die Scout Sixty – kaum von der größeren Scout. Wir steigen erstmals auf.

Die im vergangenen Jahr vorgestellte Indian Scout hat dem wiedergeborenen Traditionshersteller Indian den Weg an die europäischen Fleischtöpfe gebahnt – vor allem, weil der 1.133-Kubik-V2 als Einstiegsmotorisierung gerade recht kam.

Mit der jetzt vorgestellten Scout 60 setzen die Indianer diesen Weg fort. Mit einem Hubraum von 999 ccm – oder 60 cubic inches, was den Beinamen erklärt – ist sie zwar nicht gerade ein Starter-Bike, und auch der Preis von 13.990 Euro (Deutschland: 11.990 Euro) ist nur rund 2.000 Euro geringer als jener der Scout und damit beileibe kein Schnäppchen. Dennoch stellt sie den etwas Fahrer- respektive Brieftaschen-freundlicheren Einstieg in die Indian-Welt dar.

Die sichtbaren Unterschiede zur „großen“ Scout sind allenfalls kosmetischer Natur, neu ist eine weiße Lackierung. Die Scout Sixty hat weniger Chrom an Motordeckeln und dem Rundscheinwerfer. Weitere Sparmaßnahmen betreffen den Einzelsitz mit Vinyl- statt Lederbezug und einfachere Räder. Doch fallen diese nicht so negativ auf wie die unschön unterhalb des Scheinwerfers im Blick liegende Verkabelung.

Bei unverändert erdverbundener Sitzhöhe von 64,3 Zentimetern macht die Scout schon beim Aufsitzen einen prima kontrollierbaren Eindruck. Ihre 256 Kilogramm Lebendgewicht machen sich dank des niedrigen Gesamtschwerpunkts nicht unangenehm bemerkbar, und die breite gekröpfte Lenkstange vermittelt zusätzlich ein beherrschbares Gefühl.

Den Hauptunterschied macht der Motor mit kleinerem Hubraum aus, erreicht durch kleinere Kolben bei gleichem Hub. Die übrigen Motor-Komponenten inklusive des Zylinderkopfes blieben unverändert, so dass von ehemals 100 PS nur 78 Pferde bei 7.800/min übrig bleiben.

Als Anpassung an die geänderte Leistungsabgabe hat der Newcomer ein Fünf- statt Sechsgang-Getriebe. Gemessen an Cruiser-Standards hat der 60-Grad-Vaumotor einiges zu bieten, so rollt die Sixty aus dem Stand mühelos voran, fühlt sich bei niedrigen Drehzahlen sanft an, um angenehm linear zu beschleunigen bei gut kontrollierbarer Leistungsabgabe.

Im Verkehr der Glücksspiel-Metropole Vegas schwimmt die Indian jedenfalls locker mit, auch das Cruisingtempo von 120 km/h auf dem Freeway, ablesbar auf dem kleinen, einzelnen Rundinstrument, macht die Sixty klaglos mit. Beim weiteren Gasgeben bis zur Nenndrehzahl von 7.300 Umdrehungen pro Minute schleichen sich jedoch Vibrationen über Sitz und Rasten zum Fahrer hin.

Natürlich kann der kleine Scout-Motor dem größeren Bruder oben herum nicht folgen, und um 160 km/h wirkt er ziemlich atemlos. Doch angesichts der typischen „Fähnchen im Wind“-Haltung dürfte die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit auf der Indian nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Zumal die kleine Sixty in höheren Drehzahlen sogar sanfter läuft als die große Scout, was dem Fünfgang-Getriebe zuzuschreiben ist: Die Übersetzungsverhältnisse entsprechen denen der Sechsgang-Scout, nur das fünfte Zahnrad wurde einfach entfernt. Dennoch schafft der drehmomentstarke Antrieb einen manierlichen Anschluss zwischen dem vierten und fünften Gang.

Ungeachtet der stabilitätsorientierten Geometrie lenkt die Scout Sixty für fünf Zentner-Bike unproblematisch und bleibt auch in Schräglage während der wenigen Kurven der Nevada Hills stabil. Obwohl sie hier die für Cruiser-Verhältnisse üppige Bodenfreiheit alsbald aufbraucht.

Auch der Fahrkomfort gefällt durchaus, auch wenn die beiden Federbeine am Heck ihre liebe Mühe mit größeren Buckeln haben, was bei bescheidenen 76 mm Federweg nicht verwundert. Wellige Kurven bringen spürbare Unruhe ins Gebälk, doch auf trockenem Asphalt reicht der Grip der Kenda-Reifen mit Indian-Signatur für einen zufriedenstellenden Fahrspaß.

Recht ordentlich verrichten die Stopper ihren Job, europäisch geprägt, denn am Vorderrad steht deutlich mehr Verzögerungskraft zur Verfügung. Wie alle neuen Indians kommt auch die Scout Sixty in Deutschland serienmäßig mit ABS, während dies für die USA nur eine Option darstellt, die an den Testbikes nicht ausgewählt war.

Dennoch gibt sich die Scout alltagstauglich, sofern man nicht auf eine Zweierbeziehung schielt – die Sixty bietet dem Fahrer nur ein Einzelplätzchen. Ihr 12,5-Liter-Tank reicht für mehr als 200 Kilometer Reichweite, und trotz der vorverlegten Fußrasten und viel Gewicht auf dem Hintern sitzt es sich komfortabel. Für längere Etappen bedient sich der Sixty-Treiber ohnehin im gut aufgestellten Zubehörregal und gönnt sich eine Quick-Release-Scheibe und Leder-Satteltaschen.

Dabei hat es Indian mit der Scout ohnehin auf Umbauwillige abgesehen, die weniger schöne Teile ohnehin schnell gegen edles Zubehör wie Chrom- und Frästeile austauschen.

Straßenmotorrad mit flüssigkeitsgekühltem Viertakt-Zweizylinder-60-Grad-V-Motor, vier Ventile je Zylinder, dohc, Hubraum: 999 ccm, Bohrung x Hub: 93 mm x 73,6 mm, max. Leistung: 57,4 kW/78 PS bei 7.300/min, maximales Drehmoment: 88,8 Nm bei 5.600min, elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator, Fünfgang-Getriebe, Zahnriemenantrieb, Leichtmetall-Rückgratrahmen, Telegabel vorn, Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen hinten, je eine Scheibenbremse vorn und hinten, ABS, Reifen vorn: 130/90-16, hinten: 150/80-16, Sitzhöhe: 643 mm, Tankinhalt: 12,5 l, Gewicht vollgetankt: 256 kg, zul. Gesamtgewicht: 449 kg.

Österreich-Preis: 13.990 Euro (Deutschland: 11.990 Euro)


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