Je suis Marcel – BMW S 1000 R

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Gedankenverloren ließ ich das Victorinox auf- und zuschnappen und schickte dem letzten Bissen des schweizerischen Schinkens einen Schluck Rivella hinterher. Ich betrachtete die S 1000 Einfach-R, die nun endlich halbwegs sicher auf einem freiliegenden Stück des Felsens stand, auf dem wir uns gerade befanden. Die letzten Minuten und Kilometer noch einmal Revue passieren lassend, hatte ich plötzlich das Bild von Marcel Reich-Ranicki vor dem inneren Auge, wie er beim literarischen Quartett in seinem Sakko versackt da sitzt und mit gellender Stimme und dem typisch scharf gelispelten S „Nein, nein, nein! Was soll das?“ plärrt. Wieso ausgerechnet Reich-Ranicki? Keine Ahnung. Ist an sich aber auch nicht weiter von Belang, denn seine Kritik, die mir offenbar so in Erinnerung geblieben ist, passte auch gut auf die BMW: So eine großartige Maschine und dann dieses Design? Was soll das?

(tl;dr – Zum Equipment)

Aber von Anfang an: Almeria Presse Event, Vormittag des zweiten und damit (offiziell) letzten Testfahrtags. Motorex hatte, vermutlich weil sich auf ein paar hundert Kilometern nur schwerlich irgendwelche besonderen Schmierstoffqualitäten demonstrieren lassen, mit Schinken, Käse und Alphörnern unseren Pausentreff in eine Miniaturversion der Schweiz verwandelt. Location war die Ruine einer auf einer Felsanhöhe gelegenen Wehranlange nahe des Meeres. Die Anfahrt hier hoch hatte mich ein wenig an das große Wettrennen der Vollbartträger erinnert (bzw. an das, was ich aus dem Internet davon kenne), das Dirtquake. Dort gibt es eine Klasse, die sich „Inappropriate Road Bike“ nennt. Dabei werden – wenig überraschend – mit nicht dafür gedachten Straßenmaschinen auf einem Dirt Track Kurs Rennen gefahren – den ersten Metern hier hoch nicht ganz unähnlich.

Eigentlich hatte ich mir für den heutigen Vormittag ja Nolans Bonneville-Umbau mit dem seitlich angebrachten Longboard ausgeguckt. Zeitgeist und so. Außerdem ließen sich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und ich könnte in der Pause ein bisschen asphaltsurfen, dachte ich. Nachdem allerdings Instruktor Armins Turnübungen auf der S 1000 RR am Vortag gezeigt hatten, dass ich auf der Rennstrecke scheinbar gar kein so hoffnungsloser Fall bin, wie bisher befürchtet, hatte ich mich spontan gegen die popkulturell wertvolle Bonneville entschieden, und für die nackte Variante des Supersportlers, die S 1000 R.

Zeitgeist, mein Herr.

Zeitgeist, mein Herr.

Genetik

Wie nah die beiden miteinander verwandt sind, zeigte sich bereits nach zwei Metern in der Tiefgarage. Ich fuhr aus der Parklücke und wollte ich Richtung der Ausfahrt abbiegen, als ich ins Straucheln geriet und mein linkes Bein unterstützend eingreifen musste – der große Supersportlerwendekreis hatte mich kalt erwischt. Dabei hätte einem bei vorherigem Darüber-Nachdenken durchaus klar sein können, dass man mit der BMW – im Gegensatz zur guten alten CX500 (sentimentale Randnotiz) – wohl kaum auf einer Briefmarke würde wenden können; dafür ist sie einfach zu kurz nach der Doppel-R dem Genpool entstiegen. Tank und Verkleidung begrenzen beim Supersportler den Spielraum der tief liegenden Lenkerstummel, was in einem eher rangierunfreundlichen Wendekreis resultiert. Und diesen hat die Doppel-R der Einfach-R ganz eindeutig mit auf den Weg gegeben.

Eine an sich nahe liegende Erkenntnis, welche allerdings aufgrund akuter Spontanität auf der Strecke geblieben ist. Auch die Sitzposition trägt nicht dazu bei, dass man sich an einen Supersportler erinnert fühlt. Die Fußrasten, ja, die vielleicht (auch wenn sie geändert wurden), aber das Aufrechte, die nur unterschwellig aggressiv nach vorn geneigte Sitzhaltung, der breite Rohrlenker, mit dem sich der Maschine bestimmt gut der eigene Wille aufzwingen lässt: alles komplett anders als bei der Doppel-R. Gut und für zügig auf der Landstraße zweckmäßiger.

Musauge

Die Sache mit dem großen Wendekreis ist nicht schön, aber wohl zu vernachlässigen, denn die wenigsten Kunden dürften Pendler sein, die damit auf dem Weg zur Arbeit durch den zäh fließenden Blechbrei einer Großstadt schwimmen wollen. Aber das Design! Das Design … Ich nerve mich schon selbst damit, das immer wieder zu kritisieren. Aber die S 1000 R anzuschauen, ist, als würde man einen Marathonläufer einen Marathon laufen sehen, und der Kerl setzt sich zwei Meter vor dem Ziel in einen Biergarten. Da hat man so eine großartige und bewiesen gute technische Basis, und dann packt man sie so ein. Wahrscheinlich gehören BMWs Designer mit zu den besten, die man anstellen kann, und vermutlich sind sie auch stolz auf ihre Arbeit und ich nicht in der Position das Ergebnis auch nur ansatzweise fundiert kritisieren zu können, aber dieses asymmetrische Design geht einfach nicht an mich. Dabei ist es gar nicht mal so sehr die Tatsache, dass die linke Seite der Maschine anders aussieht als die rechte, geschenkt; es ist das Gesicht der Maschine, das mich so sehr stört.

Vielleicht missverstehe ich aber auch nur das gesamte Konzept, und die Front soll ein zugeschwollenes Auge darstellen, das Ergebnis einer Wirtshausschlägerei. Das würde jedenfalls schlüssig zum Charakter der Maschine passen, denn die Einfach-R ist schon ein ziemlicher Hooligan. Der mit 160 PS (auf dem Papier) und 112 Nm im Vergleich zur Doppel-R um 40 PS und 1 Nm Drehmoment beschnittene Motor – mit allerdings 10 Nm mehr Drehmoment in der Mitte – passt für schnelles Landstraßenfahren wie die Faust … nein, der wäre zu billig. Ohne Phrasen: Der Motor ist toll! Er will natürlich lieber Drehzahlen, klar, aber für einen Reihenvierzylinder zieht er schon von relativ weit unten gut an und seine Leistungsentfaltung ist „sauber“ genug, um nicht zu nerven, aber gleichzeitig auch „rau“ genug, um nicht zu langweilig zu sein – ein richtig guter Mittelweg.

Stimuli

Einen großen Beitrag dazu, dass einem mit diesem Motor nicht langweilig wird, leistet aber auch der Quickshifter, der sich in BMWs schönem Techniksprech „Schaltassistent“ nennt, und Teil des Zubehörpakets „Sport“ ist, mit dem meine Maschine ausgestattet war. Er erlaubt im Vergleich zum „Schaltassistent Pro“, den man zur Doppel-R dazu bekommen kann (muss, weil absolut genial), zwar „nur“ das Hochschalten ohne Zuhilfenahme der Kupplung, aber die Möglichkeit bei entsprechender Strecke die Gänge stumpf durchladen zu können, macht das Erlebnis S 1000 R eben noch diesen einen Ticken besser.

Vor besagten „entsprechenden Stecken“ konnten wir uns kaum retten – nicht, dass wir das vorgehabt hätten. Die verwinkelten canyonhaften Passagen, die sich wie die Hirnwindungen der Landschaft durch rote, goldene und schwarze, mal mehr, mal weniger von Flora bedeckte Gesteinsformationen zogen, waren durch schnelle lang gezogene Abschnitte miteinander verbunden, und wir die bioelektrischen Signale, die auf ihnen aufblitzten. Auf diesen Etappen machte der Schaltassistent den meisten Spaß; dort, wo der Gasgriffpoti seinen niedrigsten Wiederstandswert lieferte, der nächste Gang durch die hohen Drehzahlen noch leichter reinschwuppte und ein kurzes „BÖP!“ das heisere Plärren der Auspuffanlage für einen Sekundenbruchteil veränderte … hach! Gekrönt wird das akustische Spektakel von einem grantig-gutturalen Grollen beim Zudrehen des Gashahns, fast so als räusperte sich die Einfach-R: „Des woar jetzert oaba scho oarg.“

Dass eine Serienanlage so klingen kann, kennt man sonst eigentlich nur von italienischen Herstellern, und deren Homologationsverfahren machen bekanntlich den Eindruck, als hätte mal jemand dem Bruder des Ehemanns der Cousine eines Bekannten – zufällig Prüfer der Lautstärkemessung – einen Gefallen getan. Und wie das mit Gefallen nun mal so ist … na, egal. Grantelt jedenfalls sehr anständig!

A new Hope

almeria_tiefgarageNachdem ich gestern den ganzen Tag auf der Rennstrecke verbracht hatte, mit den Doppel-Rs bereits vor Ort, setzte ich an diesem Morgen zum ersten Mal einen Fuß in die Tiefgarage des Hotels – ein beeindruckender Anblick! Ginge es nach mir, sähen alle Garagen, Park- und Stellplätze so aus, allen voran der eigene: Die komplette Fläche war bis in die hinterletzte Ecke zugestellt mit Krafträdern (und vier Rollern, zwei davon C Evolution; zu den Elektro-UFOs aber später mehr).

In der mittleren Reihe dieser Utopie, ganz hinten, stand eine Ladung brandneuer F 800 R, die man auch sofort als solche erkannte, denn die offensichtlichste optische Änderung dieser Version ist das neue, jetzt symmetrische Gesicht. Dieses drängte sich mir ins Bewusstsein, als ich – passend zur Klangkulisse der S 1000 R – mit einem Teller Pizza und Pasta gegen Mittag wieder in den Boxen des Circuito de Almeria saß, unserem gemeinsamen Mittagstreffpunkt, und mir Notizen machte. „Geht doch“, dachte ich mir. Und schaut man sich die anderen neuen Modelle wie R NineT, R 1200 R, R 1200 RS oder S 1000 XR an, könnte man beinahe den Eindruck gewinnen, als neige sich die Schreckensherrschaft der Tentakelgesichter tatsächlich langsam ihrem Ende entgegen …

Es besteht noch Hoffnung!

PS: Muchas Gracias an Nolan und Louis für die Einladung!

Equipment

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Vanucci Okovango II

Was die anderen Hipster und mich lange Zeit an Motorradklamotten gestört und sich unter anderem auch durch ihren Einfluss mittlerweile geändert hat, war die alltagsunfreundliche Auswahl. Man konnte sich zwischen den Modellen Hobby-Rossi, Blue Oyster Bar und Major Tom entscheiden. Alle anderen die ein gewisses Maß an Schutz haben und dabei aber halbwegs „normal“ aussehen wollten, schauten in die Röhre.

Dass die Kollektion so beschränkt war, hatte natürlich seinen Grund. Am Anfang gab es nur das Motorrad. Erst im Laufe der Zeit verästelte sich der Stammbaum, und es kamen auf bestimmte Einsatzgebiete spezialisierte Abkömmlinge dazu – und mit ihnen die entsprechenden Klamotten. Sie haben also durchaus auch ihre Berechtigung, wie zum Beispiel Vanuccis Weltraumtourenanzug Okovango II.

vanucci_okovango_ii_jacke

Meine Alltagsjacke ist eine Icon Patrol, wasserdicht und mit drölftausend Taschen ist sie dem Oberteil der Okovango recht ähnlich und daher ein guter Vergleich. Die meisten Punkte passen analog auch auf die Hose, also:

  • Beim ersten Anprobieren hatte ich das Gefühl, die Okovango-Jacke sei bedeutend leichter als die Patrol. Die Waage behauptet allerdings, es seien lediglich 200 Gramm Unterschied (Icon: 2800 g – Vanucci: 2600 g) Trägt sich jedenfalls sehr angenehm.
  • Die Protektoren sitzen perfekt.
  • Gut: Weich und durch die Weitenverstellung dicht abschließender Kragen. Der ist bei der Patrol etwas weiter. Je nach Helm und Sitzhaltung kann es da schonmal etwas am Rücken ziehen.
  • Wie ich später testen konnte, schützt die Jacke (mit Vanuccis OutDry Membran) deutlich besser gegen eindringendes Wasser als die Icon. Der Vergleich ist allerdings nicht ganz fair, da die Patrol in zwei Jahren doch schon einige Regenschauer mitgemacht hat, aber ich meine, sie wäre von Anfang an nicht hunderprozentig wasserdicht gewesen.
  • Die beiden großflächigen Belüftungsöffnungen auf der Brust sind toll! Der Unwissende kann sie allerdings leicht mit Taschen verwechseln. Seinen Irrtum bemerkt er spätestens nach der ersten Regenfahrt, denn die vermeindlichen Taschen sind (natürlich) nicht wasserdicht. Alle tatsächlichen Taschen sind an Jacke wie Hose mit einem Hinweis gekennzeichnet, ob sie wasserdicht sind oder nicht.
  • Wie die Icon verfügt auch die Vanucci über eine große Tasche, die am unteren Ende des Rückens über die komplette Breite der Jacke geht – möchte ich nicht mehr missen, unglaublich praktisch! Der Unterschied zwischen ihnen ist, dass die Patrol einen großen waagrechten Reißverschluss oben hat, während man die Tasche der Okovango durch zwei kleine seitliche verschließt. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Waagrechter Reißverschluss: Vergisst man mal ihn zu zumachen, fällt der Inhalt nicht so schnell raus. Dafür kommt man mit einem Rucksack auf dem Rücken nur noch schwer dran. Bei den senkrechten Reißverschlüssen ist es genau umgekehrt: Dinge können bei Vergessen leichter rausfallen, dafür kann man sie mit Rucksack sehr viel besser benutzen.

Insgesamt gefällt mir die Kombi wirklich gut! Toller Tragekomfort, einwandfreie Verarbeitung und clevere Details. Ist halt eher was für echte Windgesichter.

X-Lite X-1003

almeria_s1000r_2Jeder richtige Kosmonaut braucht natürlich auch einen passenden Helm. In meinem Fall war das der neue X-Lite X-1003 mit n-com B5 Funkverbindung zur Erde (bzw. zum Telefon). Nun bin ich kein ausgesprochener Klapphelmfreund – zu viel Gewicht für Funktionen die ich eigentlich gar nicht brauche. Aber für solche, die es sind:

  • Sehr großes Sichtfeld, hat mir gut gefallen.
  • Bedenkt man die vielen Öffnungen, Schlitze und Hebel, war der Helm erfreulich leise.
  • Richtig gut weil richtig gut benutzbar fand ich die Entriegelungsmechanik des Kinnteils. Es lässt sich aus Sicherheitsgründen nur in zwei Schritten öffnen, und zwar: 1.) Man zieht mit dem Daumen an der roten Lasche unter dem Kinn, wodurch etwas weiter oben eine zweite rote Lasche nach vorne tritt. 2.) Zieht man nun daran mit dem Zeigefinger ist das Kinnteil entriegelt.
  • Wenn auch kein ausschließliches Feature des X-1003, hat mich doch das neue n-com ziemlich begeistert. Das alte B2 gab als Feedback auf Eingaben nur verschiedene Piep-Codes von sich, was das Navigieren durch die tieferen Menüebenen, wenn man mal mehr machen wollte als an/aus oder lauter/leiser, doch etwas anspruchsvoller gestaltete. Das neue B5 gibt gesprochene Rückmeldung und sagt an, wo im Menü man sich gerade befindet – sehr viel benutzerfreundliher! Auch gut: Der Bewegungssensor, der die Funkverbindung selbsttätig schlafen schickt und wieder aufweckt. Spart Strom.

Vanucci Tour Fun II

Anfangs noch etwas steif, passen sich die Tour Fun II nach einer Weile des Tragens so gut der Handform an, dass ich versucht bin die totzitierte „zweite Haut“ zu bemühen. Der Sommerhandschuh (Textil-/Ledermix) ist dadurch, dass er nicht perforiert ist, zwar nicht ganz so luftig wie andere, dafür aber dank der Outdry Membran komplett wasserdicht. Auch der Wischergummi am linken Zeigefinger funktioniert super – ganz ohne Yogaverrenkungen, wie sie bei meinem Winterhandschuh nötig sind. Insgesamt ein richtig guter Sommertourenalltagshandschuh!

vanucci_tour_fun_ii

Vanucci VTB 12

Die Stiefel sind auch schnell besprochen: Sie sind bequem, nicht zu klobig und umschließen das Bein eng genug, um sie auch unter einer normal geschnittenen Kevlar-Jeans gut tragen zu können.

Der hochwissenschaftliche Dichtigkeitstest der Outdry Membran sah folgendermaßen aus: Stiefel … in Bach. Nach fast fünf Minuten ohne Wassereinbruch habe ich das Experiment beendet. Trocken, top!

vanucci_vtb_12

BMW S 1000 R

Was es über die König Ludwig 9000 im Adamskostüm zu sagen gibt, bzw. was ich darüber zu sagen habe, steht in obigen Zeilen. Als Ergänzung vielleicht noch:

Wie die Doppel-R verfügte auch die Einfach-R über einen Tempomat, der (ganz klar!) zum „Sport“ Paket gehört (hä?). Mag man als unnötiges Altherren-Feature abtun, aber gerade auf langen Autobahnetappen ist das wirklich nicht zu verachten.

Die letzte Maschine, bei der ich einen Tempomat im Einsatz hatte, war eine Gold Wing – ziemlich genau doppelt so schwer wie die S 1000 R. Und dieses Gewicht macht sich deutlich bemerkbar, denn während bei der Honda das Beschleunigen oder Bremsen kaum wahrnehmbar vonstattengeht, merkt man bei der BMW den autonomen Einheizer schon sehr viel mehr.

Ansonsten: kalte Fakten:

Leistet:118 kW (160 PS) bei 11.000 U/min, 112 Nm bei 9.250 U/min
Wiegt:207 kg (90% vollgetankt)
Kostet ohne alles:13.100 € + Überführungskosten
Für die gefahrene Einmal-mit-allem-Version kommt noch dazu:
Paket „Sport“790 €
Paket „Dynamic“930 €

Metzeler Roadtec Z8 Interact und Sportec M7RR

Oh, ja, ein Wort zu den Reifen. Anno 2012 hatte ich die Gelegenheit, den damals nagelneuen Roadtec Z8 Interact auf der Nordschleife zu testen. Herr Trölf, mit von der Partie, taufte ihn nach zwei Tagen grüner Hölle bei Sommersonne und Regenschauern beeindruckt „Asphaltmagnetreifen“. Mit solchen war die S 1000 R ausgestattet, mit der ich zur Wehranlage „Klein Schweiz“ aufgebrochen bin – keine neuen Erkenntnisse, noch immer vom Stand weg der selbe vertrauenerweckende Grip wie damals, super. Auf dem Rückweg schnappte ich mir zum Vergleich eine andere Einfach-R, ausgestattet mit dem neuen Sportec M7RR.

Wie die Road Racing Nerds wissen, engagiert sich Metzeler seit einigen Jahren ziemlich intensiv im „richtigen“ Straßenrennsport, von der North West 200 über den Ulster Grand Prix bis hin zum Mekka der Straße, der TT.

Die Veranstalter dieser Rennen betreiben einigen Aufwand die Strecken in einem möglichst guten Zustand zu halten, dennoch stellt natürlich eine Landstraße im Nordwesten Irlands ganz andere Anforderungen an einen Reifen als eine moderne Rundstrecke mit Pattexasphalt.

Die Daten und Erfahrungen, die aus der Arbeit auf der Straße gewonnen werden konnten, hat Metzeler nun also in diesem neuen Reifen verarbeitet, dem Sportec M7RR (daher auch das Kürzel: RR wie Road Racing).

Der Z8 hatte mich damals schwer begeistert und ich hätte nicht gedacht, dass in dieser doch relativ kurzen Zeit nochmal eine spürbare Verbesserung möglich wäre, aber im Eins-zu-eins-Vergleich mit dem M7RR muss ich sagen: ist sie. Zugegeben, der Z8 ist eher ein Touren- und der M7RR ein Sportreifen, aber ihr Einsatzgebiet ist dasselbe und auch das Ring-Inventar Helmut Dähne meinte damals: „Den [Z8] kannst du fast wie einen Sportreifen fahren.“ Also ein durchaus ziehbarer Vergleich.

Der M7RR hat den gleichen vom Fleck weg vertrauenswürdigen Grip wie der Z8, fährt sich dabei aber weicher, runder, als wäre er von Haus aus wärmer – Asphaltmagnetreifen Plus, sozusagen.

Ob er das, was mich beim Z8 Interact mit am meisten beeindruckt hat, auch so gut kann – Nassgrip -, weiss ich nicht, es wollte partout nicht regnen.

Fotos: Johannes Richardt, Björn Gramm, Friedrich Weisse, meine Wenigkeit


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