Kein Rockerkrieg in Offenbach

27 February 2016 | 5:26 am

Werden die Osmanen Germania die Hells Angels MC während des WBC-Boxkampfs in Offenbach „aufmischen“? Müssen Boxfreunde sowie Offenbacher, Frankfurter und Gießener Bürger Rocker-Krieg und Racheakte befürchten? Aygün Mucuk, Präsident des Gießener Hells Angels Charter, sagt klar: „Nein“. Dies bestätigt auch Mehmet Bagci, Präsident der Osmanen Germania.

Gemeinsam ließen sich Aygün und Mehmet im Gießener Charter, locker auf der Couch sitzend, fotografieren, klatschten sich gegenseitig freundschaftlich auf die Schenkel und aßen gemeinsam. Vor allem die Berichte in der „Bild“-Zeitung seien unwahr, doch auch weitere Gerüchte und Halbwahrheiten würden verbreitet. Ganz klar gebe es keinen Krieg, so die Botschaft der beiden.

Aygün ist sauer auf die „Bild“, die in einem Artikel behauptet habe, 200 Mitglieder der Osmanen Germania seien von der WBC-Boxveranstaltung heute Abend mit harschen Worten ausgeladen worden. Das Blatt spreche von möglichen Racheakten. Aygün spricht dagegen von einer „freundschaftlich-familiären Verabredung“ mit den Osmanen.

„Wir sind miteinander befreundet“, bekräftigt der Gießener Hells Angels-Chef. Es gebe wohl Spannungen in anderen Städten, gab er zu. Nicht aber vor Ort und nicht zwischen ihm und dem Osmanen-Chef. „Es ist Familie.“ „Die Osmanen kommen aus Respekt und um Konflikte zu vermeiden, nicht zur Boxveranstaltung“, sagte Aygün. Mehmet stimmt zu.

Zu der Boxveranstaltung werden „Höllenengel“ aus ganz Deutschland erwartet, insgesamt etwa bis zu 1500 Besucher. Aygün und Mehmet versichern – es wird nicht zu gewalttätigen Ausschreitungen oder Racheakten kommen. „Warum auch?“, betont der Osmanen-Chef mit einer rhetorischen Frage.

Ebenfalls mit der Polizei Mittelhessen mit Sitz in Gießen und zuständig für die Hells Angels Gießen, die genau genommen ihren Sitz im Wettenberger Ortsteil Wißmar haben, und mit dem „Rockerdezernenten“ in Frankfurt stehe man in Kontakt, sagt der Chef des Gießener Charters. Vonseiten der Polizei gebe es keine Befürchtungen, fügt er hinzu. Man wisse dort, dass für Ruhe gesorgt werde.

Aygün möchte bei dieser Gelegenheit auch weitere Halbwahrheiten aus der Welt räumen. Es sei ebenfalls falsch, dass der als „Schnitzel Walter“ bekannte Chef der Frankfurter Hells Angels in Angst lebe und um sein Leben bangen müsse. Ganz im Gegenteil, Walter Burkhard werde ebenfalls auf der Veranstaltung sein. Es habe zudem keinen Machtkampf zwischen ihm und Aygün gegeben, wie in den Medien behauptet werde. Man habe sich im Frieden getrennt und erweitert. So sei er, Aygün, von Frankfurt nach Gießen gegangen und habe das neue Charter eröffnet. Auch die Schießerei vor der „Katana Bar“ in Frankfurt werde falsch gedeutet und habe nichts mit Machtkämpfen zwischen ihm und „Schnitzel Walter“ zu tun gehabt, sondern mit unfairen Vorfällen im Vorfeld.

Nicht mehr aktuell sei außerdem das Kuttenverbot und gehöre der Vergangenheit an. Man werde in Kutte auftreten. Das Verbot der Kutte sei seit etwa einem halben Jahr aufgehoben und die Erlaubnis, diese zu tragen, vor dem Verfassungsgericht entschieden worden.

Aygün unterstützt den WBC-Boxkampf heute Abend in Offenbach. „Das tue ich nicht im Namen der Hells Angels. Ich fand die letzte Veranstaltung im Dezember in Düsseldorf besch…“, sagt er. Die WBC-Veranstaltung sei jedoch kein Hells Angels-Event. Der Veranstalter, Box-Promoter Ahmet Öner aus Istanbul, bestätigte, seine Düsseldorfer Veranstaltung im letzten Jahr sei mit 300 Besuchern bei 800 Plätzen schlecht besucht gewesen. In Offenbach hoffe er auf zwischen 1200 bis 1500 Besucher.

Der türkische Avni Yildirim, der auf der WBC-Weltrangliste auf Rang 13 steht, wird heute Abend in der Stadthalle Offenbach gegen den lateinamerikanischen Champion Walter Sequeira (auf Weltrangliste Platz 15) antreten. Yildirim wird ebenfalls von Aygün unterstützt. Gewinnt er, kann er den Weg zur Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht antreten.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/aus-der-nachbarschaft/mittelhessen/kein-rocker-krieg-und-keine-racheakte_16675830.htm

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