Marc Marquez: "Bin ein Junge und kein erwachsener Mann"

18 October 2016 | 10:20 am

18. Oktober 2016 – 12:20 Uhr

Marc Marquez

Marc Marquez hat bereits mit 23 Jahren eine beeindruckende Statistik vorzuweisen

© Repsol

(Motorsport-Total.com) – Honda-Werkspilot Marc Marquez stellte beim Japan-Grand-Prix in Motegi seinen dritten MotoGP-Titel sicher und kann bei den drei ausstehenden Rennwochenenden auf Phillip Island, in Sepang und in Valencia befreit fahren. Im Interview spricht der Spanier über die Saison 2016, die Erfahrungen aus dem Vorjahr, bewertet seine eigene Leistung und erklärt, ob er sich alt fühlt.

Frage: „Du hast in vier Jahren drei MotoGP-Titel gewonnen. Was antwortest du denjenigen, die behaupten, es wäre einfach gewesen?“
Marc Marquez: „Es liegt nahe, dass es einfach gewesen ist, doch jedes Jahr war anders. Die MotoGP ist ein Sport, in dem man nicht alles alleine erreichen kann. Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen, vom Motorrad über das Werk bis zum Team. Jeder muss alles geben, was nicht einfach ist. Ich lernte im vergangenen Jahr viel, weil ich viele Fehler gemacht habe. Das kostete mich den Titel, doch ich bin mir sicher, dass es in der neuen Saison wieder anders sein wird. Es ist wichtig, sich konstant in den Top 3 aufzuhalten.“

Frage: „In der laufenden Saison hast du etliche Rutscher abgefangen. Wie viele davon gab es, die wir nicht sehen konnten?“
Marquez: „Es stimmt, dass man nicht immer alles sehen kann, was auf der Strecke passiert. Selbst im Rennen am vergangenen Sonntag hatte ich in Kurve drei eine Schrecksekunde, die ich abfangen konnte. Das war nicht im TV zu sehen. Ich dachte, ich stürze, doch dann konnte ich es noch retten. Im Fernsehen sieht man die spektakulärsten Szenen, bei denen man nicht nachvollziehen kann, wie man diese Situation noch retten konnte. Es gibt aber viele andere Situationen, die ebenfalls im Kiesbett enden könnten. Da bleibt einem das Herz stehen. Ich hatte in diesem Jahr viele solche Situationen im Training, weil ich nach dem Limit gesucht habe, um im Rennen sicherer zu sein.“

Frage: „Sechs Nuller im vergangenen Jahr, keine Nuller in diesem Jahr: Wie hast du selbst an dir gearbeitet, um den Titel zurückzuholen?“
Marquez: „Ich versuchte, aus der vergangenen Saison zu lernen und diese Erfahrungen zu nutzen. Es ist aber alles relativ und hängt davon ab, wie man in die Saison startet. Wenn man einen guten Saisonstart hat, dann fällt es leichter, alles zu kontrollieren. Wenn man zu Beginn Fehler macht, dann muss man in der Meisterschaft aufholen und mehr Risiko eingehen. Dank der Hilfe des kompletten Teams konnte ich aus dem vergangenen Jahr lernen und die schwierigen Situationen richtig kontrollieren. Deshalb sammelte ich viele wichtige Punkte.“

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