MV Agusta Turismo Veloce Lusso – gefahren

(Werbelink) Amazon Motorrad Shop

MV Agusta betrat mit der Turismo Veloce erstmals das Touring-Segment, jetzt legen sie mit der „Lusso“ die Edelversion nach.

Der Name des neuen MV Agusta-Modells ist zugleich das Programm: Turismo bedeutet Reisen, Veloce steht für schnell, und Lusso heißt luxuriös.

Diesem vollmundigen Anspruch wird die MV mit einer außergewöhnlichen, fast avantgardistischen Erscheinung schon im Stand gerecht. Die hochbeinige und kompakte Statur und ein extrem luftiges Heck mit steil aufragendem Hinterteil machen die Turismo Veloce zusammen mit dem farblich abgesetzten Gitterrohrrahmen zum Hingucker.

Beim Anblick der zahlreichen Details geraten nicht nur zweiradaffine Schöngeister in Verzückung: Der markentypische Dreifach-Schalldämpfer, die schicke Einarmschwinge sowie integrierte Sozius-Haltegriffe machen die Italienerin so apart.

LED-Leuchten, am Kennzeichen-Träger montierte und in die Handprotektoren integrierte Blinker sowie das hufeisenförmige LED-Tagfahrlicht vorn und die zweiteiligen Rückleuchten unterm Soziussitz setzen leuchtende Akzente und machen die MV zu einem zweirädrigen Kunstwerk. Einzig die Front-Verkleidung erscheint subjektiv nicht so gelungen. Das höhenverstellbare Windschild und der Mono-Scheinwerfer wirken irgendwie altbacken.

Unter der edlen Kunststoffhülle ist der vom filigranen Gitterrohrrahmen eingefasste Dreizylinder-Motor gut sichtbar, um den MV mit den Modellen Stradale, Brutale, F3 und Rivale eine ganze Familie von „Charakter-Motorrädern“ kreiert hat.

Für den etwas weniger sportlichen Einsatzweck in der Turismo haben die Ingenieure die Leistung des 798 Kubikzentimeter großen Drillings auf ausreichende 110 PS Spitzenleistung gekappt, um das Drehmoment auf 83 Newtonmeter anzuheben und es bei 8.000 Touren deutlich früher anliegen lassen.

Zum Entern des Kommandostandes muss das Bein ungewöhnlich hoch geschwungen werden, liegt der Sitzplatz doch in 850 Millimeter Höhe. Einmal oben, belohnt die Italienerin mit einem für Fahrer bis 1,85 Meter perfekt sportlich integrierenden Ambiente mit aufrechter Sitzposition. Dank der schmalen Sitzbankkontur ergibt sich ein guter Knieschluss und ein sicherer Stand auch für Mittelgroße. Langbeinige dürften Probleme bekommen, ihre Gräten zu verstauen. Zudem sitzen sie sehr weit über dem Vorderrad.

Auf den ersten Knopfdruck röchelt der Dreizylinder unmissverständlich lautstark aus dem Schalldämpfer. Über die drei Fahrmodi „Rain“, „Touring“ und „Sport“ lassen sich der Motor-Charakter und die Fahrwerkseigenschaften vom Lenkerende aus einstellen, was im umfangreichen, leider überfrachteten farbigen TFT-Display dargestellt wird.

Die Lusso-Version ist mit einem semiaktiven Fahrwerk von Sachs, MV Agusta Chassis Stability Control (MVCSC) genannt, ausgerüstet: Dieses passt die Dämpfung der Upside-Down-Gabel und des Federbeins automatisch dem Fahrzustand und Fahrmanövern an.

Zur Anpassung an Beladung wird die Federvorspannung am Federbein per Handrad justiert. Das Fahrwerk schluckt Bodenunebenheiten komfortbetont, ein engagierte Fahrweise auf vernachlässigten Untergründen bringt aber alsbald eine leichte Unruhe ins Gefährt.

Schon ab 3.000 Touren erfreut der Dreizylinder selbst im fünften Gang noch mit knackigem Antritt, sein breites nutzbares Drehmoment macht so manchen Gangwechsel überflüssig.

Dabei macht das Schalten selbst durch den Schalt-Assistenten richtig Spaß, der nicht nur das Hoch-, sondern auch das Herunterschalten ohne Kupplung möglich macht – das funktioniert ausgezeichnet. Ohne die Unterstützung des Blippers wirkt das Sechsgang-Getriebe allerdings ein wenig knochig.

Drehfreude, Durchzug und Laufkultur des Dreizylinders sind tadellos, selbst in hohen Drehzahl-Regionen stören keinerlei Vibrationen. Die sehr gleichmäßige Leistungsentfaltung mit Druck in allen Drehzahllagen begeistert Versierte und schafft durch seine Berechenbarkeit viel Vertrauen.

Hinzu kommt eine Fahrwerksabstimmung, die vorn wie hinten sportlich-straff die angeborene Agilität der MV aufs beste unterstützt. Fast saugend kleben die Pirelli-Pneus auf dem buckeligen Asphalt, Lenkbefehle werden in Windeseile umgesetzt und wechselnde Schräglagen im Handumdrehen erledigt.

Dabei kippt die mit 192 Trocken-Kilo leichte MV nicht nur mühelos in sämtliche Radien, die vorderradorientierte Sitzposition und gute Stabilität bescheren auch ein direktes Fahrgefühl mit viel Gespür für die Front – bei der Fahrdynamik spielt die Turismo ihr Veloce voll aus. Den Genuss komplett machen gut dosierbare Vierkolben-Festsattel-Stopper, die die Italo-Braut zuverlässig einfangen. Das serienmäßige Bosch-ABS greift sicherheitshalber relativ früh ein.

Trotz Vorkonfiguration lässt sich in den drei Fahrmodi die Traktionskontrolle separat achtfach justieren, dazu kommt eine frei kombinierbare „Custom“-Option: Mit der kostenlosen MV Agusta-App auf einem per Bluetooth verbundenen Smartphone lassen sich alle Motorparameter – Gasannahme, Drehmomententfaltung und Maximalleistung, Einsatz des Drehzahl-Begrenzers, Motorbremse und Traktionskontrolle – nach Belieben kombinieren.

Dazu erlaubt das Programm, die Kennlinien der Druck- und Zugstufendämpfung an Vorder- und Hinterrad stufenlos zu variieren – ein nahezu unendlicher Spielplatz für Abstimmungsfetischisten.

Dank des serienmäßigen GPS-Sensors können zudem gefahrene Routen ausgelesen und zu jeder Stelle mit der entsprechenden Drosselklappenstellung und dem Schräglagenwinkel dargestellt werden. Noch gibt es nur eine Beta-Version der Applikation, doch in ein paar Wochen soll sie voll funktionstüchtig sein.

Vor diesen Zugaben verblassen die weiteren Ausstattungsmerkmale der Lusso-Version wie drei Bordsteckdosen, Tempomat, Hauptständer und Heizgriffe ein wenig. Dass die eleganten 30-Liter-Seitenkoffer nicht dazu gehören sondern für knapp 900 Euro zusätzlich geordert werden müssen, verwundert.

Doch insgesamt zeigt MV Agusta mit der Turismo Veloce Lusso, dass tourentaugliche Motorräder nicht naturgemäß langweilig aussehen müssen, selbst mit montierten Seitenkoffern. Hinzu kommen höchst fahraktive Tugenden und eine wertige Anmutung, die das 16.890 Euro teure Kleinod nicht nur preislich der Premium-Klasse zuordnen.

Straßenmotorrad mit flüssigkeitsgekühltem Reihen-Dreizylinder-Viertakt-Motor, vier Ventile je Zylinder, dohc, Hubraum: 798 ccm, Bohrung x Hub: 79,0 x 54,3 mm, maximale Leistung: 81 kW/110 PS bei 10.000/min, max. Drehmoment 83 Nm bei 8.000/min, elektronische Kraft-stoffeinspritzung, geregelter Katalysator, Sechsgang-Getriebe, Gitterrohr/Leichtmetallguss-Brückenrahmen, Upside-Down-Telegabel, Aluminium-Einarmschwinge mit angelenktem Zentralfederbein, zwei Scheibenbremsen vorn, eine hinten, ABS, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 190/55 ZR 17, Sitzhöhe: 850 mm, Tankinhalt: 22 l, Trockengewicht: 192 kg, Preis: 16.890 Euro.


(Werbelink) Bike Sales - Zweite Hand Motorräder


Source link

Seite generiert in 0,993 Sekunden