Restrukturierung bei MV Agusta nötig

30 March 2016 | 12:11 pm

Das rasante Wachstum des vergangenen Jahres hat beim italienischen Edelhersteller MV Agusta offensichtlich zu finanziellen Problemen geführt. Nun ist eine Restrukturierung erforderlich.
Zunächst wiesen die Entwicklungen bei MV Agusta und Ducati verblüffende Parallelen auf: Deutscher Autokonzern steigt bei italienischem Motorradhersteller ein. Doch im Detail stellt sich der Prozess bei Ducati und MV Agusta komplett unterschiedlich dar.
Während die VW-Tochter Audi Ducati komplett übernahm, in den Konzern integrierte, und eigene Manager nach Bologna schickte, engagierte sich Mercedes über das Tochterunternehmen AMG lediglich mit 25 Prozent bei MV. Die Zusammenarbeit beschränkte sich auf Vertrieb und Marketing, Mercedes-Mannen wurden nicht nach Varese entsandt.
Zwar ließ sich der Fahrzeugabsatz zunächst steigern – der Umsatz stieg im Jahr 2015 um 30 Prozent –, einige gemeinsame Projekte wie eine F3 800 im AMG-Look sorgten für Aufmerksamkeit. Doch hinter der Nachhaltigkeit der Erfolge steht ein großes Fragezeichen. Das Wachstum war ausschließlich kreditfinanziert, nun drückt ein Schuldenberg. Nachdem einige Zulieferer wegen offener Rechnungen den Teilenachschub gedrosselt haben, stehen die in Varese die Bänder, die Belegschaft ist auf Kurzarbeit.
Nun soll eine Restrukturierung Abhilfe schaffen. Veränderungen im Management wurden laut einer Pressemeldung bereits vorgenommen, die Belegschaft stehe ebenso hinter dem Projekt wie alle Anteilseigner. Welche Rolle Minderheitsaktionär AMG in den Plänen spielt und ob neue Partner im Hintergrund Position beziehen, war nicht zu erfahren. Man darf gespannt sein auf das nächste Kapitel in der wechselhaften Geschichte einer faszinierenden Marke.



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