Triumph Street Twin – schon gefahren

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Triumph hat sich für die Street Twin richtig ins Zeug gelegt. Schließlich wächst die Konkurrenz an klassisch gestylten Bikes mit moderner Technik.

Ab Jänner 2016 ist die Street Twin zu haben, sie basiert auf der neuen „Modern Classics“-Plattform der Briten. Unterhalb der neuen Bonneville T120 mit 1,2-Liter-Parallel-Twin soll die 0,9-Liter-Street Twin vor allem junge Biker ansprechen.

Zu diesem Zweck und für die aufblühende Customizing-Szene gibt es zum Basis-Klassiker mehr als 150 neue Zubehörteile sowie drei Umbau-Kits: „Scrambler“ mit markanter Offroad-Optik, „Urban“ als progressives Stadt-Bike und „Brat Tracker“ in aggressivem Custom-Look.

Dem neuen 900er-Parallel-Twin hat Triumph richtig Manieren anerzogen: Kultiviert lässig liefert er schon bei 3.230/min sein maximales Drehmoment. Dies geschieht spontan und sanft zugleich. 80 Nm Schubkraft – das sind immerhin 18 Prozent mehr als die 68 Nm, die beim Vorgängermodell erst bei 5.800/min anlagen. Und ebenso mehr als die direkte Rivalin Ducati Scrambler, die 55 kW/75 PS Leistung bietet.

Dennoch: Zurecht spricht Triumph bei seiner Street Twin von einem „High Torque“-Motor. Mit zivilisiertem Durchzug erweist sich der klassisch gestylte Zweizylinder als wahrer Gentlemen britischer Schule. Ab 5.900/min entwickelt er seine maximal 40,5 kW/55 PS Leistung.

Vor allem ein Ride-by-Wire-Einspritzsystem sowie ein neues Motor-Management sind für den Kraftzuwachs verantwortlich und sorgen gleichzeitig für deutlich weniger Verbrauch: Um beachtliche 36 Prozent genügsamer ist der neue 900er-Twin im Normverbrauch, weshalb an sich knapp klingende 12 Liter Tankvolumen wider Erwarten genügend Reichweite bringen.

3,72 Liter pro 100 Kilometer Normverbrauch bestätigen sich bei unseren Testfahrten in und rund um Valencia beinahe: Nur 3,9 Liter Super trotz forscher Fahrweise sind absolut imposant, man kommt also mit einer Tankfüllung rund 300 Kilometer weit. Fahrgestell und Aufhängung wurden komplett renoviert und sollen dynamisches, fein abgestimmtes Handling beisteuern zum Gesamterlebnis Street Twin.

Offensichtlich wollen die Briten mit Stammsitz Hinckley möglichst breite Zielgruppen ansprechen. Davon zeugt besonders die niedrige Sitzhöhe von 785 mm, die im Zusammenspiel mit der schlanken Taille des Motorrads ein angenehm kleines Schrittmaß ergibt.

Faszinierend: Trotzdem genießen auch großgewachsene Biker eine hervorragende Ergonomie. Im Vergleich zum Vorgängermodell fallen die Polsterung des Sitzes straffer, die Federwege etwas länger und die Sitzposition noch entspannter aus. Ein niedrigerer Schwerpunkt trägt zum verbessertem Handling bei.

ABS und Traktionskontrolle (jeweils abschaltbar) und eine Anti-Hopping-Kupplung bringen erhöhte Sicherheit. Erstmal setzt Triumph auf ABS von Continental. Das System regelt sehr sanft. Im klassischen Einzel-Rundinstrument liest der Fahrer zahlreiche wichtige Informationen ab.

Darunter: Gangstufe, Reichweite, Abschaltung von Traktionskontrolle oder ABS, Gesamt- und Tageskilometer, Servicestatus. Gegen Aufpreis erhältlich sind ein Reifendruck-Kontrollsystem sowie eine Griffheizung. Neue Bedienelemente ermöglichen auch in Fahrt und mit Handschuhen leichten Zugriff auf vielfältige Funktionen.

Zur klassischen Optik der neuen Einstiegs-Bonneville Street Twin tragen zahlreiche Details bei: das schwarze Motorgehäuse, schwarze Gussräder mit Zierstreifen, kompakte Blinker, LED-Rückleuchte, zierlicher Frontscheinwerfer, hochgezogene Schalldämpfer aus gebürstetem Edelstahl, schwarze Seitendeckel mit Street Twin-Grafiken und minimalistische, schwarz lackierte Kotflügel.

Die neue Street Twin ist in fünf Lackierungen erhältlich: „Cranberry Red“ und „Aluminium Silver“ jeweils mit Streifendekors sowie in den drei Schwarztönen „Matt“, „Jet“ und „Phantom“. Das einfache „Jet Black“ ist ohne Aufpreis erhältlich, alle anderen Töne kosten extra.

Alles in allem hinterlässt die Basis-Britin um 8.900 Euro bei unseren Testfahrten einen extrem positiven Eindruck. Neben tadelloser Verarbeitung und stimmigem Klassik-Design überzeugt vor allem der 900 ccm-Motor mit seiner Leistungsentfaltung und prägnantem Sound. Dank 270-Grad-Hubzapfenversatz setzt er sich wie ein V2-Motor in Szene. Schon im Serientrimm verwöhnt der Motorklang die Ohren.

Nur aus dem tiefstem Drehzahlkeller heraus wirkt der Twin kurz etwas schwachbrüstig. Aber schon ab 2.000/min geht er souverän zu Werke. Damit und mit vier Jahren Garantie ist die neue Triumph Street Twin eine feine Wahl nicht nur für Einsteiger unter den Klassik-Fans. Die Vorfreude auf die größere Triumph Bonneville T120 ist groß.

Straßenmotorrad mit wassergekühltem Paralleltwin-Motor, vier Ventile je Zylinder, Hubraum 900 ccm, max. Leistung 40,5 kW/55 PS bei 5.900/min, max. Drehmoment 80 Nm bei 3.230/min, Fünfgang-Getriebe, Stahl-Zentralrohrrahmen mit zwei Unterzügen, Stahl-Zweiarmschwinge, Telegabel mit 41 mm vorn, Stereo-Federbeine mit einstellbarer Federbasis hinten, 310-mm-Einscheibenbremse vorn, 255-mm-Einscheibenbremse hinten, abschaltbares ABS, Reifen vorn: 100/90-18, hinten: 150/70 R17, Sitzhöhe: 785 mm, Tankinhalt: 12 l, Leergewicht: 198 kg, zul. Gesamtgewicht: 445 kg, Normverbrauch: 3,72 l/100 km, Testverbrauch: 3,9 l/100 km, Höchstgeschwindigkeit 172 km/h.

Preis 8.900 Euro.


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