Zoff auf der Straße – "Du lenkst scheiße": Jetzt rächen sich Radler an Autofahrern

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Der Krieg zwischen Radlern und Autofahrern in Großstädten – er wird mit harten Bandagen geführt. In München können die Drahtesel-Piloten den Autofahrern jetzt einen „kleben“. Buchstäblich. Gute Idee oder Provokation? Ein Gastkommentar von Michael Haberland.

Bundesverkehrsminister Dobrindt hatte kürzlich am Rande einer Verkehrssicherheitskonferenz einmal angedeutet, dass es zu immer mehr  Aggressivität im Straßenverkehr kommt. Sein Ministerium mache sich da eingehend Gedanken drüber und versuche, an Lösungen zu arbeiten.

Immer mehr Rechthaber im Verkehr

Meines Erachtens liegt diese Entwicklung an immer mehr Verkehrsteilnehmern in Deutschland, an einem immer begrenzteren Straßenraum, aber vor allem auch an immer mehr Rechthaberei im Straßenverkehr. Da nehme ich den Autofahrer gar nicht aus.

Dennoch meine ich: Besonders auffällig ist das bei Radfahrern. Bestärkt durch den Radwege-Bauwahn in einigen Städten wie München, fühlen sich die zweirädrigen Kollegen angespornt und im Recht, Autofahrer zu belehren. So gibt es jetzt (leider auch wieder) in München ein neues „tolles“ Start-Up Unternehmen, das Aufkleber produzieren möchte. Der Fernsehsender RTL hat kürzlich darüber berichtet.

Aufkleber gegen Autofahrer

Aufkleber gegen Autofahrer, die von Radfahrern auf Autos angebracht werden sollen, wenn sich Autofahrer nach Ansicht der Radfahrer nicht regelkonform verhalten. Da steht dann zum Beispiel „Verbrenn‘ Kalorien statt Benzin“, oder „Du lenkst Scheisse“ oder „Pass‘ halt auf“.

Ich finde diese Aktion völlig daneben, weil sie vielmehr Aggressionen schürt als ein vernünftiges Miteinander fördert. Wenn ein Autofahrer so einen dümmlichen Aufkleber auf die Scheibe oder an die Tür geklebt bekommt, wird er unter Umständen ganz anders reagieren als mit Einsicht. Das ist pure Provokation.

Von der Frage nach einer Sachbeschädigung oder Umweltverschmutzung, wenn das Ding am Boden landet, einmal ganz abgesehen. Unter Umständen wird ein Autofahrer dann einen Radfahrer, der gar nichts dafür kann, an der nächsten Kreuzung eben nicht mehr freundlich durchwinken, sondern auf sein Vorfahrtsrecht beharren. Das ist weder im Sinne der rücksichtsvollen Verkehrsteilnehmer noch im Sinne eines freundlichen Miteinanders.

Über den Experten

Dr. Michael Haberland studierte Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit den Schwerpunkten empirische Wissenschaften und Informations- und Kommunikationswissenschaften. In seiner Diplomarbeit und später auch innerhalb seiner Promotion beschäftigte sich Haberland mit dem Thema Mobilität. Außerdem gründete er den Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. und ist dessen Präsident.

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